Dr. med. Karl Biedermann
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie
Seestrasse 126, 8810 Horgen
Telefon 044 728 80 70

Ihr Spezialist für künstliche Hüftgelenke

Dr. med. Karl Biedermann und sein Team sind seit 20 Jahren spezialisiert auf künstliche Hüftgelenke, die Therapie und Behandlung von Hüftproblemen und die Nachsorge.

Anatomie

Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk und wird aus der Hüftpfanne und dem Hüftkopf gebildet. Hüftkopf und Hüftpfanne sind von Gelenkknorpel überzogen, so dass die Reibung zwischen diesen bewegenden Oberflächen minimal ist. Der Rand der Hüftpfanne wird durch das sogenannte Labrum abgeschlossen, einem Dichtungsring aus Fasergewebe, welcher die Gelenkoberfläche zusätzlich vergrössert und den Knorpelrand abdichtet. Das Hüftgelenk ist in eine derbe, straffe Kapsel eingepackt und von einem Muskelmantel umgeben. Für die Fortbewegung sind insbesondere die seitlichen Hüftmuskeln wichtig (Musculus glutaeus medius und minimus), da sie bei jedem Schritt das gesamte Körpergewicht tragen, das Becken gerade halten und ausbalancieren müssen. Auf der Vorder- und Rückseite des Hüftgelenkes verlaufen wichtige Nerven. Die Blutgefasse, welche die Extremitäten versorgen, ziehen unter der Leiste auf der Vorderfläche des Hüftgelenkes in das Bein.

Die Hüftarthrose

Die häufigste Erkrankung der Hüfte ist die Hüftarthrose. Hierbei wird der Knorpelüberzug von Hüftkopf und Hüftpfanne abgerieben, das Gelenk verliert seine Passform, der Knochen bildet an den Rändern Ablagerungen und es entstehen Abriebprodukte, welche zunehmend Schmerzen verursachen. Die Ursachen der Hüftarthrose sind sehr verschieden. Während früher angenommen wurde, dass die Hüftarthrose hauptsächlich durch eine altersbedingte Abnützung des Gelenkknorpels zustande kommt weiss man heute, dass eine ungünstige Form von Hüftkopf und Hüftpfanne wesentlich zur Arthrose beiträgt. Neue radiologische Untersuchungsmethoden (Magnetresonanztomografie MRI) liessen erkennen, dass die Hüftarthrose schon früh einsetzen kann (zwischen 30 und 40 Jahren) und in vielen Fällen am Rand der Hüftpfanne mit der Schädigung des Labrums ihren Anfang nimmt. Eine häufige Ursache der Arthrose ist die Hüftdysplasie, die angeborene Fehlstellung der Hüftpfanne. Zerstört ein Unfall die Hüftpfanne oder den Hüftkopf, kann nach einigen Jahren eine Hüftarthrose entstehen.

Das künstliche Hüftgelenk

Bei anhaltenden starken Schmerzen und einem Fehlen des Gelenkknorpels im Röntgenbild ist der Zeitpunkt für die Operation gekommen. Bei der Hüftarthrose muss sowohl der Hüftkopf als auch die Hüftpfanne ersetzt werden (Hüft-Totalprothese). Hierbei wird in die Hüftpfanne eine Metallschale eingesetzt, in die Metallschale wird eine zweite Schale aus Plastik, Metall oder Keramik eingepasst als Gleitoberfläche zum künstlichen Hüftkopf, welcher ebenfalls aus Metall oder Keramik besteht. Der künstliche Hüftkopf sitzt auf einem Metallstift (Schaft), welcher in das Rohr des Oberschenkelknochens eingesetzt wird. Heute werden für das künstliche Hüftgelenk vorwiegend zementfreie Implantate aus Titanlegierungen verwendet. An diese Titanverbindungen wächst der Knochen in kurzer Zeit an wodurch eine sehr stabile Prothesenfixierung entsteht. Die Lebensdauer (die Zeit bis zur Lockerung) eines künstlichen Gelenkes kann nicht exakt vorausgesagt werden. Sie dürfte mit den heutigen Materialen etwa fünfzehn bis zwanzig Jahre betragen. Zu starke Belastungen können die Lebensdauer der Prothese verringern. 

Der Ablauf

Der Hausarzt führt einige Tage vor der Operation einen sog. Check up durch. Die üblicherweise eingenommenen Medikamente sollten nicht abgesetzt werden, mit Ausnahme von blutverdünnenden Substanzen (z.B. Marcoumar ®, Sintrom ®). Eine Eigenblutspende ist nicht erforderlich. Die bei Hüftoperationen häufig angewandten Narkoseformen sind die Allgemeinnarkose oder die Spinalanästhesie. Bei letzterer werden nur das Becken und die Beine während 4 bis 6 Stunden unempfindlich gemacht. Die Allgemeinnarkose kann heute ebenfalls sehr schonend durchgeführt werden. Nachbehandlung: Nach 12 bis 24 Stunden kann der Patient an zwei Stöcken unter Anleitung der Physiotherapie die ersten Schritte mit dem neuen Gelenk unternehmen. Nach etwa fünf bis sechs Tagen ist der Patient soweit mobil, dass er kaum noch Hilfe benötigt und zur weiteren Rehabilitation entweder in einen Kuraufenthalt (meist ältere, alleinstehenden Patienten) oder direkt nach Hause geht. Nach 10 bis 14Tagen werden die Hautnähte entfernt. Die Stöcke können meistens nach sechs Wochen weggelassen werden. Ambulante Physiotherapie kann zur Verbesserung der Kraft und Beweglichkeit angezeigt sein. Die Arbeitsunfähigkeit beträgt je nach körperlicher Belastung sechs bis zwölf Wochen.

Die Operation

Das Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenkes ist eine häufige Operation. Sie verlangt aber dennoch Erfahrung und Sorgfalt. Als Zugang zum Einsetzen der Prothese wird seitlich an der Hüfte resp. am Oberschenkel eingegangen. Dabei wird auf eine Schonung der Hüftmuskulatur geachtet, (Minimal- Invasiver Zugang, MIS-Technik). Nach Entfernen des erkrankten Hüftkopfes wird zuerst die Pfanne ausgefräst, so dass die Metallschale und die Innenschale eingesetzt werden können. Es muss auf die richtige Grösse und Ausrichtung der Pfanne geachtet werden. Eine zu grosse Pfanne kann eine vordere Sehne (Psoassehne) stören, so dass unangenehme Leistenschmerzen die Folge sind. Eine fehlerhafte Ausrichtung kann die Ursache für Luxationen (Ausrenken des Gelenkes) sein. Dann wird der Oberschenkelknochen mit Formraspeln bearbeitet. In den so präparierten Knochenkanal wird der Metallschaft in genauer Passform enigeführt, so dass er sich stabil verankert. Es ist auf die korrekte Ausrichtung und  Einschlagtiefe zu achten. Meistens verwenden wir keinen Knochenzement (sog. Press-Fit-Technik). Nun wird die Hüfte eingerenkt, das Gelenkspiel wird geprüft und die Wunde wird verschlossen. Die Operation dauert ca. 90 min.

Komplikationen und Risiken

Operationen haben viele Risiken, welche jedoch insgesamt selten sind und durch erprobte Techniken, gute Materialien und spezialisierte Ärzte niedrig gehalten werden können. Eine mögliche Komplikation eines Kunstgelenkes ist die Luxation. Hierbei springt der Hüftkopf aus der Hüftpfanne. Dieses Ereignis kann v.a. in den ersten 6 postoperativen Wochen vorkommen. Es ist schmerzhaft und erfordert häufig eine Narkose, um das Gelenk wieder einzurenken. Damit eine Luxation möglichst nicht eintritt sind die Instruktionen des Arztes und der Therapeutin möglichst gut zubefolgen. Die Ausbildung eines grösseren Blutergusses (Hämatomes) macht selten eine Revisionsoperation nötig. Eine weitere Komplikation ist eine Infektion. Ist sie durch Antibiotika nicht zu kontrollieren, muss das Gelenk wieder entfernt und nach einer gewissen Zeit nach Abheilen der Infektion - durch ein neues ersetzt werden. Das Resultat ist jedoch meistens nicht mehr so gut wie ohne Infektion. Eine Schwächung der Muskulatur ist nach einer Hüftoperation möglich. Die Hüftmuskulatur muss während der Rehabilitation mittels Physiotherapie wieder gestärkt und aufgebaut werden. Selten kann es zu einer Beeinträchtigung der Nerven v.a. des Ischiasnervs hinten an der Hüfte kommen. Dadurch kann es zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen des Fusses kommen. Zu meist erholen sich solche Nervenschäden spontan, selten muss der Nerv operativ frei gelegt werden. Aus verschiedenen Gründen kann es schwierig sein, die Beinlänge genau dem anderen Bein anzupassen. Der Unterschied liegt jedoch meist unter einem Zentimeter, sodass er wenig stört und gegebenenfalls mit einer Einlagesohle ausgeglichen werden kann. 

Wir behandeln Sie

Dr. med. Karl Biedermann, Spezialist für Gelenkchirurgie." Entscheidend für den Erfolg der Operation ist eine muskelschonende Technik sowie die exakte Ausrichtung der Prothesenkomponenten (Pfanne und Schaft). Dies sind die Voraussetzungen für eine lange Lebensdauer der Prothese. Die früheren Prothesenmodelle genügten den hohen Belastungsanforderungen, die ans Material gestellt werden, noch nicht. Heute ist das anders: Moderne Polyethylen-, Keramik-, oder Metall-Kombinationen führen dazu, dass trotz jahrelanger Belastung nahezu kein Materialabrieb stattfindet."

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