Dr. med. Karl Biedermann
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie
Seestrasse 126, 8810 Horgen
Telefon 044 728 80 70

Knie-Arthroskopie

Wie wird eine Kniearthroskopie durchgeführt

Die Kniespiegelung erfolgt im Operationssaal. Damit der Eingriff möglichst schmerzfrei verläuft wird eine Allgemein- oder Teilnarkose angewandt. Dadurch ist auch die Beinmuskulatur vollständig entspannt. Mit einer Manschette wird eine sogenannte Blutsperre angelegt. Damit kann der Blutverlust während der Operation minimal gehalten werden. Zudem besteht ein besserer Überblick im Gelenk selber. Mittels zwei kleinen Schnitten von 0,5cm wird das Kniegelenk eröffnet und ein feines optisches Instrument (=Arthroskop) ins Gelenk eingeführt. Diese Optik ist mit einer Kamera verbunden. Die Kamera liefert ein Videobild an einen Fernsehmonitor auf welchem der Arzt und auch der Patient den Eingriff verfolgen können. Das Kniegelenk wird mit steriler Flüssigkeit aufgefüllt wodurch sich der Gelenkraum erweitert.

Inspektion des Knies

Jetzt beginnt die eigentliche Untersuchung: Inspiziert und beurteilt werden die Gelenkschleimhaut und die einzelnen Gelenksabschnitte, die Knorpelfächen, die Menisken, die Kreuzbänder und die Rückseite der Kniescheibe. Die verschiedenen Gelenkstrukturen werden mit einem Tasthaken geprüft. Dieses Instrument wird über einen zweiten kleinen Schnitt von vorne ins Gelenk eingeführt. Über diesen Schnitt können weitere Arthroskopieinstrumente eingebracht werden. Diese weisen an ihrem Ende kleine Stanzen oder Scheren auf. Ein als „Shaver“ bezeichnetes Instrument wird zum Glätten der angeschnittenen Gewebeteile und des Knorpels verwendet. Es besteht aus einer schnell rotierenden Klinge mit Absaugvorrichtung vergleichbar mit einem Hobelmesser welches die Spähne gleich absaugt. Dadurch könne rauhe Stellen geglättet und beschädigtes Gewebe entfernt werden. Auch komplexe Bandrekonstruktionen lassen sich mittels arthroskopisch unterstützter Chirurgie durchführen.

Die häufigsten Knieprobleme

Meniskusverletzungen

Der innere und äussere Meniskus sind elastische, sichelförmige Zwischenlagen aus Knorpelgewebe ähnlich einer Bandscheibe an der Wirbelsäule. Sie vergrössert die Kontaktfläche zwischen den Gelenkkörpern, wodurch sie als Stossdämpfer wirken. Abgesehen dieser mechanischen Wirkung, dienen sie auch der Ernährung des Gelenkknorpels. Sie können traumatisch (das heisst infolge einer Verletzung) ganz oder teilweise einreissen oder sich degenerativ (das heisst biologisch, altersbedingt) abnützen und eine rauhe Oberfläche bekommen.

Bänderverletzungen

Die Bänder halten die Knochen zusammen und stabilisieren das Kniegelenk. Sie sind von Natur aus starken Belastungen gewachsen. Bei vielen der heutigen sportlichen Aktivitäten werden die Bänder jedoch übermässig beansprucht. Dadurch können sie ganz oder teilweise reissen. Am Kniegelenk betrifft dies besonders das innere Seitenband und das vordere Kreuzband.

Abnutzungserscheinungen / Arthrose

Die Arthrose ist eine weitverbreitete Alterserscheinung. Rauhe und stark angenutzte Stellen im Knorpelgewebe, oft verbunden mit reaktiven Knochenveränderungen an den Gelenkrändern, behindern den Bewegungsablauf und erzeugen Schmerzen.

Probleme mit den Kniescheiben

Die Kniescheibe passt beim gesunden Knie genau in eine Mulde in der Gelenkrolle des Oberschenkelknochens. Ist die Unterseite der Kniescheibe rau oder ihre Position verschoben, kann sie ihre Funktion nicht mehr richtig erfüllen und wird abgenützt.

Arthroskopie - seltene Komplikationen 

Grundsätzlich ist die Arthroskopie des Kniegelenkes ein risikoarmes Routineverfahren. Zwischenfälle und Komplikationen treten nur selten auf: Dennoch sollten Sie über mögliche Störungen Bescheid wissen:

Thromboembolie: Besonders bei bettlägerigen Patienten können in den Bein- und Beckenvenen Blutgerinnsel entstehen, sogenannte Thrombose, wenn diese in die Lungen verschleppt werden, können Kreislaufstörungen verursacht werden (Embolie). Das Risiko ist bei Rauchern erhöht wie auch bei Einnahme von Hormonpräparaten (Antibaby- Pille). Zur Thromboseprophylaxe sollten Sie während einiger Tage eine Blutverdünnungsspritze anwenden.

Gelegentlich bildet sich auch ein Gelenkserguss z.B. wegen einer Nachblutung. Ein grösserer Gelenkserguss muss mittels Punktion entlastet werden. Dennoch kann wieder ein neuer Erguss auftreten und über längere Zeit bestehen.

Eine Infektion führt zu Schwellung, Schmerzen und Temparaturanstieg. Neben einer Behandlung mit Antibiotika kann in seltenen Fällen auch ein operativer Eingriff mit Gelenkspülung erforderlich werden.

Selten kommt es zu dauerhaften Störungen kleiner Hautnerven die bei Berührung zu Taubheitsgefühlen in kleinen Hautbezirken führen können.

Nachbehandlung

Der arthroskopische Eingriff selber ist schnell überstanden. Die Rekonvaleszenz hingegen braucht etwas Geduld und Disziplin. Bei einfacher Verletzung erfolgt die Rehabilitation frühfunktionell mit einer frühen Mobilisation des Kniegelenkes. Das Knie darf sofort belastet werden, dennoch ist es ratsam nach der Arthroskopie für einige Tage Krücken zu benutzen um das Gelenk nach der Operation zu schonen.

Erfolgsaussichten nach einer Arthroskopie

Bei einer einfachen Meniskusoperation ohne vorbestehende Schädigung des Gelenkknorpels sind die Erfolgsaussichten günstig. Liegt allerdings schon eine deutliche Abnützung des Knorpelbelages vor sind auf Grund dieser Veränderungen belastungsabhängige Restbeschwerden möglich. Gelegentlich können trotz der Behandlung die ursprünglichen Beschwerden bestehen bleiben oder einige Zeit nach dem Eingriff erneut wieder auftreten. In solchen Fällen sind weitere Abklärungen und gelegentlich auch eine erneute Gelenksspiegelung notwendig.

Wir behandeln Sie

Dr. med. Karl Biedermann: Meniskusverletzungen sind häufig. Bei jüngeren Patienten ereignen sich diese meistens beim Sport (Fussball, Skifahren ect). Im Alter sind es meist Meniskusrisse, welche durch Abnutzung bedingt sind.

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