Dr. med. Karl Biedermann
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie
Seestrasse 126, 8810 Horgen
Telefon 044 728 80 70

Behandlung und Operation Hallux Valgus

Der geläufige Begriff „Hallux“ heisst nichts anderes als „Grosszehe“ auf Lateinisch. Eigentlich sollte man von „Hallux valgus“ sprechen, was dann eine Fehlstellung der Grosszehe im Sinne einer Abknickung nach innen bedeutet.

Wie kommt es zu einem Hallux valgus?

Die Ursachen für die Entstehung einer Hallux valgus Deformität sind vielseitig, wobei ein über Jahren getragenes „ungesundes“ Schuhwerk mit hohen Absätzen und vorne zu engen Schuhen sowie die erbliche Veranlagung die Hauptrollen spielen.

Die Grosszehe knickt nach innen ab, der Mittelfussknochen weicht zunehmend nach aussen und bildet das augenfällige und schmerzhafte „Überbein“. Dabei handelt es sich nicht um ein echtes Überbein, sondern um eine normale anatomische Struktur, die sich aber an einem falschen Ort befindet. Der über dem Mittelfussknochen an diesem Ort verlaufende Nerv der Grosszehe wird im Schuh gereizt und kann einen lästigen, brennenden Schmerz an der Grosszehe auslösen. Durch diese Fehlstellung verliert die Grosszehe einen Teil ihrer wichtigen Stützfunktion und der benachbarte Mittelfussknochen wird chronisch überbelastet. Unter ihm an der Fusssohle entstehen Schmerzen und es bildet sich häufig eine dicke, schmerzhafte Hornhaut. Schliesslich reissen die dort stark strapazierten Bänder der 2. Kleinzehe und es bildet sich eine Hammerzehe.

Muss man den «Hallux» operieren?

Ein Hallux valgus ist keine gefährliche Krankheit. Solange er nicht oder nur wenig stört wird keine Operation empfohlen. Auch ein vorbeugender Eingriff macht keinen Sinn, weil eine spätere Korrektur immer möglich sein wird, auch wenn die Fehlstellung stark zugenommen hat. Kommt es aber zu regelmässigen Beschwerden und besteht ein Wunsch nach einer Korrektur, dann ist die Operation sicherlich eine gute Lösung. Nur aus ästhetischen Gründen zu operieren ist nicht gerechtfertigt.

Die Operation

Ziel der Chirurgie ist die möglichst exakte Wiederherstellung einer normalen Anatomie, welche vor Auftreten der Deformität bestanden hat. Der schräg stehende Mittelfussknochen, der nach aussen drückt, muss also wieder aufgerichtet und in der korrekten Stellung stabilisiert werden. Die Grosszehe steht dann wieder gerade auf dem Mittelfussknochen und entfaltet ihre volle Stützfunktion, was die Überbelastungsschmerzen an der Fusssohle zum Verschwinden bringt.

Diese Korrektur erfolgt durch einen Knochenschnitt (sog. Scarf-Osteotomie), der mit 2 bis 3 kleinen Schrauben in der korrekten Stellung bis zur Heilung (6 bis 8 Wochen) stabilisiert wird. Die später funktionslos gewordenen Schrauben werden nicht gespürt und müssen nur ausnahmsweise entfernt werden. Diese Operation dauert in der Regel etwa eine Stunde.

Nach dem Spitalaufenthalt

Nach etwa drei Übernachtungen in der Klinik dürfen Sie das Spital nach Hause verlassen. Wichtig ist ein häufiges Hochlagern des Fusses um Schwellungen vorzubeugen. Gehen  ist nur mit einem Spezialschuh mit einer festen Sohle erlaubt.  Bei der Nachkontrolle wird der Fuss radiologisch kontrolliert. Nach ca. 6 Wochen sind wieder normale Schuhen erlaubt, wobei diese aber anfänglich noch breit und weich sein sollen.

Ungefähr 3 Monate später sind die meisten Aktivitäten wieder möglich, auch wenn eine Tendenz zur Schwellung noch für einige Zeit bestehen kann.

Erfolgsaussichten

Die Hallux valgus-Korrektur gehört zur anspruchsvollen Chirurgie, welche  Erfahrung des Operateurs verlangt. Mit der oben beschriebenen Behandlungstechnik werde aber gute Erfolge erzielt, die Patientenzufriedenheit ist hoch.

Wir behandeln Sie

Zurück zum schönen Fuss

Unser Gelenkchirurg Dr. med. Karl Biedermann sagt: «Mit der von uns angewendeten Technik (Scarf- Osteotomie) kann eine stabile Korrektur der Hallux Valgusdeformität erreicht werden. Über einen gewebeschonenden Zugang wird der Mittelfuss-Knochen dargestellt. Mittels Knochenschnitten im Mittelfuss evtl. auch an der Grosszehe wird die Fehlstellung korrigiert. Die Knochen werden mit zwei kleinen Schrauben fixiert. Diese Schrauben müssen später nicht entfernt werden da sie in der Regel nicht stören. Nach der Operation kann der Fuss in einem speziellen Therapieschuh schon bald wieder belastet werden. Häufiges Hochlagern vor allem in der Anfangsphase nach dem Eingriff ist zur Vermeidung von Schwellungszuständen und für eine gute Wundheilung wichtig. Mit der Scarf- Technik können gute Resultate und eine hohe Patientenzufriedenheit erreicht werden.

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