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Die Hüfttotalprothese von A- Z
Wichtige Informationen zur bevorstehenden Operation
Anästhesie
Die Anästhesie hat grössere Operationen erst möglich gemacht. Am Vorabend wird Sie der Anästhesist über die geplante Narkose orientieren. Sie sollten ihn nicht nur über Ihre früheren Operationen, Ihren Gesundheitszustand, Ihre gegenwärtigen Medikamente und Allergien orientieren, sondern ihm auch Ihre Wünsche und (falls vorhanden) Ängste mitteilen. Er und sein Team sind Ihre wichtigsten Bezugspersonen während der Operation.
Antithrombose-Strümpfe Diese sollen die Blutzirkulation in den Beinen verbessern und so mithelfen, eine Thrombose zu verhindern. Die Strümpfe sollten während des Spitalaufenthaltes immer getragen werden. Zuhause ist das Tragen empfehlenswert, falls Sie weniger als 4 bis 5 Stunden pro Tag aktiv und mobil sind.
Aspirin
Aspirin ist nicht nur ein Mittel gegen Schmerzen und Fieber, es wird auch zur Prophylaxe von Gefässverschlüssen (insbesondere Herzkranzgefässen) eingesetzt. Aspirin hemmt die Blutgerinnung und kann daher bei Operationen zu einem höheren Blutverlust oder zu postoperativen Blutergüssen führen. Aspirin sollte etwa zwei Wochen vor der geplanten Operation abgesetzt werden.
Arthroplastik Der wissenschaftliche Name für ein künstliches Gelenk. Das Einsetzen (auf lateinisch Implantation) eines künstlichen Hüftgelenkes ist eine weit verbreitete und sehr erfolgreiche Operation. Sie haben wohl häufig viel Gutes und selten nicht so Gutes darüber gehört. Da Sie aber jetzt selbst Patient sind und ein solches Hüftgelenk benötigen, hat sich Ihr Interesse sicher vergrössert und Sie möchten mehr darüber wissen. Wir bieten Ihnen hiermit eine kleine Wegleitung an, welche die häufigsten Fragen in alphabetischer Reihenfolge beantwortet. Daneben steht Ihnen unsere Broschüre «Das künstliche Hüftgelenk» zur Verfügung. Diese orientiert Sie über den Ablauf der Operation und die verwendeten Implantate.
Arbeitsunfähigkeit Die Arbeitsunfähigkeit hängt von der körperlichen Belastung ab. Eine sitzende Tätigkeit kann meist nach 4-6 Wochen zumindest teilweise wieder aufgenommen werden. Für körperlich belastende Tätigkeiten beträgt die Arbeitsunfähigkeit etwa 3 Monate.
Autofahren
Autofahren dürfen Sie nach fünf bis sechs Wochen, dies gilt sowohl für Fahrzeuge mit Gangschaltung als auch mit automatischem Getriebe. Als Beifahrer können Sie nach der Entlassung aus dem Spital ein Auto benützen. Vorteilhaft ist es, in den ersten Wochen auf einem Kissen zu sitzen und die Beine etwas abgespreizt halten. Beim Ein- und Aussteigen aus dem Auto sollten Sie das operierte Bein möglichst gestreckt halten und abrupte Bewegungen vermeiden.
Beinlänge Die Beinlänge ist abhängig davon, wie tief der Schaft der Prothese in den Oberschenkelknochen eingesetzt wird. Angestrebt werden gleich lange Beine. Dies ist aber nicht immer millimetergenau möglich. Die Arthrose führt einerseits durch Abnützung zu einer wirklichen Verkürzung, andererseits durch eine Fehlstellung des Gelenkes zu einer nur scheinbaren Verkürzung, seltener zu einer scheinbaren Verlängerung des Beines. Ihr Arzt wird sich bemühen, die korrekte Länge zu finden. Bevor aber Schuhe angepasst werden, sollte immer einige Monate zugewartet werden, da scheinbare Verkürzungen oder Verlängerungen Zeit benötigen um sich von selbst auszugleichen.
Beinschwellung Häufig stellen die Patienten eine Schwellung von Knie und Unterschenkel des operierten Beines fest. Die Ursache ist eine Abflussbehinderung von Gewebeflüssigkeit. Diese normalisiert sich nach einigen Wochen. Hilfreich können Kompressions-Strümpfe und Lymphdrainagen sein. Ist die Schwellung schmerzhaft, muss eine Venenthrombose nachgewiesen oder ausgeschlossen werden.
Beweglichkeit
Wenige erkrankte Hüftgelenke weisen vor der Operation noch eine normale Beweglichkeit auf, meistens ist die Beweglichkeit eingeschränkt. Auch nach der Operation ist die Beweglichkeit nicht sofort normal. Obwohl das künstliche Gelenk wieder eine fast normale Beweglichkeit erlaubt, sind die Muskeln und Sehnen noch verkürzt und müssen sich erst anpassen. Durch den täglichen Gebrauch werden sie in den folgenden Monaten langsam wieder aufgedehnt. Ein gewaltsames Dehnen hat eher einen schädlichen Effekt. Eine Physiotherapie ist nötig, falls vor der Operation eine starke Einschränkung bestand oder sich eine Beweglichkeitseinschränkung nicht genügend erholt. Bestand vor der Operation eine sehr gute Hüftbeweglichkeit, werden diese Werte eventuell mit einem künstlichen Gelenk nicht mehr erreicht.
Bluterguss Ein Bluterguss entsteht durch eine grössere Blutansammlung im Operationsgebiet. Er führt zu einer Schwellung von Hüfte und Oberschenkel. Bedingt durch die Schwerkraft kann das Blut auch in den Unterschenkel fliessen und auch dort zu einer Schwellung führen. Ein Bluterguss kann zu Beginn schmerzhaft sein, vor allem wenn er sich im Oberschenkelmuskel ausdehnt. Nach ein bis zwei Wochen kommt es zu der typischen Verfärbung der Haut. Der Bluterguss wird normalerweise in ein bis zwei Monaten vom Körper vollständig aufgelöst. Ist der Bluterguss gross, kann eine Bluttransfusion nötig sein. Es sollte dann auch erwogen werden, die Wunde im Operationssaal nochmals zu eröffnen und das geronnene Blut abzusaugen. Es können hierbei auch meistens noch einige blutende Gefässe gefunden und verschorft werden.
Bluttransfusion
Das Bereitstellen von eigenem Blut (Eigenblutspende in einem Blutspendezentrum) vor der Hüftoperation ist nicht erforderlich. Während der Operation kann das verlorene Blut aufgefangen, filtriert und teilweise wieder zurückgegeben werden (cell saver). Da der Blutverlust in der Regel 400 bis 800 ml beträgt, genügen diese Massnahmen meistens. Selten kommt es vor, dass der Blutverlust dennoch höher ist. Dies führt dann zu einem Absinken des Blutvolumens im Körper, sodass ein Blutmangel entsteht (Anämie), eventuell begleitet von Schwindel beim Aufstehen und Müdigkeit. Es ist dann zu erwägen, ob eine Transfusion von Fremdblut erforderlich ist.
Blutverdünnung Hüftoperationen führen nicht selten zu kleineren Thrombosen in den Venen des Unterschenkels. Damit hieraus keine gefährlichen Lungenembolien entstehen, wird das Blut nach der Operation durch Medikamente verdünnt.
Duschen
Noch im Operationssaal wird die Wunde mit einer speziellen Folie (Comfeel) abgedeckt. Diese ist wasserundurchlässig, so dass Duschen problemlos möglich ist. Die Folie wird in der Regel bis zur Entfernung der Hautnähte oder Hautklammern belassen.
Fadenentfernung Heutzutage werden meistens Hautklammem aus Metall verwendet. Diese Klammem können nach etwa 10-12 Tagen entfernt werden.
Implantat-Pass
Sie erhalten eine Karte, in der die Art der Prothese sowie das Implantationsdatum vermerkt sind. Dieser Pass kann allenfalls nötig sein in einer Notfallsituation oder bei einem Flug. Auf dem Flughafen kommt es aber darauf an, wie fein die Detektoren eingestellt sind. Implantate führen selten zu einem Alarm.
Infektion Jede Operation trägt das Risiko einer Infektion. Bei einem künstlichen Gelenk ist eine Infektion eine ernste Komplikation, da sie dazu führen kann, dass das Gelenk wieder entfernt werden muss, bis die Infektion abgeheilt ist. Eine Infektion kann auch Jahre nach der Operation plötzlich auftreten. Anzeichen einer Infektion sind Fieber, eine Rötung der Wunde und Schmerzen, wobei nicht alle Zeichen vorhanden sein müssen. Sie sollten umgehend mit Ihrem Hausarzt oder Orthopäden Kontakt aufnehmen.
Infektionsprophylaxe Vor grösseren Zahnbehandlungen, bei Infektionen oder Operationen an Organen, die mit Bakterien besiedelt sind (Darm, Genitalorgane, Mundhöhle, Ohren) werden in der Regel Bakterien in die Blutbahn eingeschwemmt. Bei diesem sonst ungefährlichen Vorgang müssen Prothesen in unserem Körper geschützt werden. Fragen Sie Ihren Hausarzt, behandelten Arzt oder Orthopäden wie Sie sich verhalten sollen. In der Regel kann man eine halbe Stunde vor dem Eingriff ein Antibiotikum zu sich nehmen und dies je nach Situation nach 6 und 12 Stunden wiederholen.
Kur
Es muss zwischen einer ärztlich verordneten Kur und einer klinisch-stationären Rehabilitation in einer anerkannten Rheumaklinik (z.B. Zurzach, Schinznach, Clavadell, Wald) unterschieden werden. Eine ärztlich verordnete Kur kann in jedem Kurhaus durchgeführt werden. Die Versicherung übernimmt nur die Therapiekosten, jedoch nicht die Kosten des Aufenthaltes. Bei einer klinisch stationären Rehabilitation werden die Aufenthaltskosten ebenfalls übernommen (ausser der Selbstbehalt). Es braucht jedoch besondere Gründe (z.B. zusätzliche Begleiterkrankungen bei höherem Alter), damit die Krankenkasse eine Rehabilitation akzeptiert und die Kosten übernimmt. Eine unkomplizierte Hüftoperation rechtfertigt selten eine solche Rehabilitation. Wichtiger als tägliche Therapien ist eine ungestörte Heilung der Wunde. Die tägliche Beanspruchung in Ihrer Umgebung, eventuell unterstützt durch ein Übungsprogramm, genügt in den meisten Fällen.
Luxation
Die Luxation ist das Herausspringen des Hüftkopfes aus der Hüftpfanne. Dieses Ereignis ist meist sehr schmerzhaft. Es führt zu sofortiger Gehunfähigkeit und erfordert eine Einweisung im Privatauto oder mit der Ambulanz ins Spital. Das Röntgenbild zeigt, dass sich der Hüftkopf nicht mehr in der Hüftpfanne befindet. Aufgrund der Schmerzen sind die Hüftmuskeln verspannt und ein Einrenken (Reposition) des Gelenkes ohne Narkose ist selten möglich. In Narkose lässt sich das Gelenk aber meist einfach einrenken. Gründe für eine Luxation sind eine ungünstige (luxationsfördernde) Bewegung, eine schwache Hüftmuskulatur (z.B. nach mehreren Hüftoperationen) oder eine Fehlstellung von Hüftpfanne oder Schaft. Aus der Ursache gibt sich die auszuwählende Therapie. Luxationsfördernde Bewegungen müssen vermieden werden. Bei einer schwachen Hüftmuskulatur muss eventuell ein Stützkorsett angepasst oder eine spezielle Hüftpfanne eingesetzt werden. Ist die Prothese nicht korrekt eingesetzt, kann eine zweite Operation helfen.
Luxationsfördernde Bewegungen Beim Übereinanderschlagen der Beine, beim An- und Ausziehen von Schuhen und Strümpfen mit Auswärtsdrehen des Knies, bei der Pediküre, beim Abtrocknen von Unterschenkel und Fuss nach dem Bad.
Luxationshemmende Bewegungen Beim An- oder Ausziehen von Schuhen und Strümpfen sollen Knie und Fuss einwärts gedreht werden.
Minimal invasive Operation (MIS)
Minimal invasiv heisst so wenig einschneidend wie möglich. Dabei ist die Länge des Hautschnittes – wie es in den Medien propagiert wird – nicht wichtig. Wichtig ist, dass man keine stabilisierenden Muskeln durchtrennt und trotzdem die Prothese optimal einsetzen kann. In diesem Fall ergänzen sich die Vorteile der bisherigen Zugänge: Minimale Muskeldurchtrennung für einen normalen Gang nach der Operation. Die Nachbehandlung ist in der Regel kürzer. Es sind aber nicht alle Patienten für die minimal invasive Methode geeignet.
Muskelschwäche Beim sogenannten transglutealen Zugang wird der vordere Anteil des Hüftmuskels vom Knochen abgelöst und nach der Operation wieder angenäht. In wenigen Fällen heilt dieser Muskel nicht mehr richtig an. Es entwickelt sich eine zumeist schmerzhafte Muskelschwäche, welche die Gehdauer einschränken und zum Hinken führen kann.
Nachkontrolle Eine erste Kontrolle findet ca. 1 Woche nach Spitalentlassung oder nach der Kur statt. Dies geschieht sowohl bei Ihrem Hausarzt als auch beim Operateur. Eine weitere Kontrolle findet ca. nach 3-6 Wochen statt. Anlässlich dieser Kontrolle wird die operierte Hüfte geröntgt. Der Zustand und die Beweglichkeit der Hüfte werden untersucht, Probleme und offene Fragen werden besprochen und das weitere Vorgehen wird festgelegt. In der Regel werden nochmals ein bis zwei Kontrollen festgelegt. In der Regel werden diese nach 3, 6 und bei Bedarf nach 12 Monaten durchgeführt.
Narbe Gewebe beantwortet eine Verletzung mit der Bildung einer Narbe. Die Hautnarbe ist hierbei nur die oberflächlichste Narbe. Aber auch die tiefen Gewebe (insbesondere Gelenkkapsel, Sehnen und Gleitschichten) heilen und bilden hierbei Narbengewebe. Die Länge der Hautnarbeist den Bedürfnissen der Operation und des Operateurs angepasst und hat nichts mit der Qualität der Operationzu tun. In den ersten Monaten ist die Narbe noch rot und etwas geschwollen, sie entfärbt sich dann zusehends und wird nach einem halben Jahr weiss und strichförmig. Die Narbenbildung ist individuell und es ist schwierig vorauszusagen, wie schön die Narbe schlussendlich sein wird.
Physiotherapie
Mit Hilfe der Physiotherapeutin oder des Physiotherapeuten machen Sie die ersten Schritte nach der Operation und lernen, sicher an Stöcken zu gehen und Treppen zu benützen. Das Gelenk soll während den ersten 4-6 Wochen nicht zu stark durchbewegt werden. Einige Übungen zuhause genügen meistens. Die Muskulatur erholt sich nach dem Weglegen der Stöcke rasch und tägliches Bewegen und Spaziergänge sind die beste Therapie zum Muskelaufbau. Zeigt die Kontrolle beim Operateur nach 4-6 Wochen, dass die Hüftbeweglichkeit ungenügend ist, wird eine entsprechende Physiotherapie verordnet. Sie können sich hierfür bei einem Physiotherapeuten in der Nähe Ihres Wohnortes anmelden.
Redon Nach Verschluss der Wunde wird es aus kleinen Blutgefässen noch ein bis zwei Tage nachbluten. Dieses Blut wird mit ein bis zwei dünnen Schläuchen aus der Wunde abgesaugt und in Flaschen aufgefangen. Diese Schläuche werden nach 1-2 Tagen aus der Wunde gezogen. Aus den Austrittsstellen kann noch einige Tage gelbes Sekret nachfliessen. Neue Untersuchungen haben gezeigt, dass Redon- Drainagen nicht nur von Vorteil für die Heilung sein können. Deshalb werden sie immer seltener und nur in bestimmten Situationen noch eingesetzt.
Reisen
Nach etwa zwei bis drei Monaten können Sie wieder grössere Reisen unternehmen. Bei längeren Flugreisen in den ersten drei Monaten nach der Operation sollten Sie nicht während Stunden mit gebeugten Knien sitzen, sondern die Beine regelmässig etwas durchbewegen.
Reklamation Es geht nicht immer alles wie es soll. Wenn Sie mit Aussagen, Behandlungen aber auch Umgangsformen nicht zufrieden sind, teilen Sie dies dem Operateur oder dem Spital bitte mit. Auch bei uns lassen sich Probleme am besten mit einem Gespräch lösen.
Röntgen
Vor Spitaleintritt werden Röntgenaufnahmen gemacht zur Planung der Prothesengrösse. Unmittelbar nach Operation oder tags darauf wird die korrekte Lage der Prothese kontrolliert. Nach 6, ev.12 Wochen und nach einem Jahr erfolgen klinische und radiologische Kontrollen beim Operateur.
Schlafen
Im Spital sollten Sie vorzugsweise auf dem Rücken schlafen. Schlafen in Seitenlage ist mit einem speziellen Kissen nach einigen Tagen aber möglich. Zuhause können Sie dann wieder Ihre bevorzugte SchlafsteIlung einnehmen, in Seitenlage mit Benützung eines Kissens zwischen den Knien. Auf der Narbe liegen führt in den ersten Monaten meist zu Beschwerden, welche den Schlaf zu sehr stören.
Schmerzen Nach der Operation steht der Wundschmerz im Vordergrund, der Arthroseschmerz ist verschwunden. Diese postoperativen Schmerzen erfordern in den ersten 4-5 Tagen Schmerzspritzen. Dann sollten Tabletten genügen. Nach 2-3 Wochen sind die Schmerzen deutlich zurückgegangen und erfordern nur noch gelegentlich Schmerzmittel. Neu auftretende Schmerzen, stärkere oder dauernde Schmerzen nach einer Hüfttotalprothese sind nicht üblich und müssen dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden. Ungewöhnlich sind auch über Tage zunehmende Schmerzen, Schmerzen begleitet von einer Schwellung oder Rötung der Wunde sowie wiederholte Schmerzen nach kleineren Anstrengungen.
Schmerzmittel
Es gilt: So wenig wie möglich und so viel wie nötig.
Seitenlage Bis zur ersten Kontrolle ist es vorteilhaft, in Seitenlage ein Kissen zwischen die Knie zu nehmen. Dies verhindert das zu starke Einwärtsdrehen des Beines und entlastet zudem die Narbe.
Sensoren In allen Gelenken befinden sich Sensoren, welche das Gehirn über die aktuelle Stellung des Gelenkes sowie Positionswechsel orientieren. Nach einem künstlichen Gelenk sind diese Informationen vermutlich zu Beginn lückenhaft, es braucht Zeit bis die Prothese integriert ist. Sie sollten daher hastige und brüske Bewegungen in den ersten 2-3 Monaten vermeiden.
Sex Eine Hüfttotalprothese ist kein Hinderungsgrund, im Gegenteil: durch die Schmerzfreiheit und die bessere Beweglichkeit soll Sex wieder angenehmer werden. Nach zwei bis drei Monaten macht sich das künstliche Hüftgelenk in der Regel nicht mehr störend bemerkbar.
Sitzen Vermeiden Sie das Sitzen in einem Fauteuil in den ersten 6 Wochen nach der Operation. Sitzen Sie auf gewöhnliche Stühle, unter Verwendung eines Sitzkeiles. Nach 6 Wochen ist tiefes Sitzen erlaubt, vorzugsweise mit etwas abgespreizten Knien.
Sitzkeil und WC-Aufsatz
Damit die Hüftbeugung nicht zu stark ist (Luxationsgefahr) erhalten Sie eine Verordnung für einen Sitzkeil sowie einen WC-Aufsatz. Diese Hilfsmittel sollten während den ersten 6 Wochen benützt werden.
Sport
Sport ist mit einem künstlichen Gelenk wieder gut möglich. Geeignete Sportarten sind Wandern, Schwimmen, Velofahren, Fitness oder Golf im Sommer, sowie zusätzlich Skifahren und Langlauf im Winter. Tennis setzt die Prothese einer etwas stärkeren Belastung aus, es muss aber deswegen nicht darauf verzichtet werden. Velofahren und Schwimmen sind ab 4-6 Wochen möglich, die anderen Sportarten ab etwa drei Monaten.
Stöcke Während 4-6 Wochen sollen zwei Stöcke benützt werden, mit einer Teilbelastung des operierten Beines. Hierdurch hat der Körper Zeit, sich an das neue Gelenk zu gewöhnen und die Wunde heilt ungestört. Nach einer Röntgenkontrolle beim Operateur wird das stockfreie Gehen erlaubt. Falls Sie sich stockfrei noch unsicher fühlen, benützen Sie während ein bis zwei Wochen noch einen Stock auf der Gegenseite.
Urinkatheter Nach der Anästhesie wird vor der Operation in der Regel ein Blasenkatheter eingelegt. Zum einen aus pflegerischen Gründen, zum andern, weil die Teilnarkose während einigen Stunden auch die Blase lähmt und Wasserlösen dann schwierig wird. Der Katheter wird nach zwei Tagen wieder entfernt.
Wachsaal Nach der Operation werden Sie in den Wachsaal verlegt. Hier werden zentrale Körperfunktionen (Blutdruck, Herzrhythmus, Urinausscheidung und Atmung) überwacht, das Abklingen der Anästhesie wird verfolgt, die Schmerztherapie wird angepasst und die Blutmenge in den Redons wird überprüft. Blut aus dem cell-saver wird rücktransfundiert. Sind alle Funktionen stabil, erfolgt die Verlegung auf die Abteilung. Der Zeitpunkt hierzu wird vom verantwortlichen Anästhesie-Arzt festgelegt.
Zuhause Nach dem Austritt aus dem Spital können Sie in der Regel nach Hause gehen. Sie können sich zuhause an Stöcken frei bewegen. Es ist sogar wünschenswert, dass Sie regelmässig aktiv sind. Zum Sitzen sollten Sie in den ersten 4-6 Wochen ein Keilkissen benützen und längeres Sitzen durch Herumgehen unterbrechen, damit die Blutzirkulation in den Beinen angeregt wird.
Zwei künstliche Hüftgelenke Bei einer beidseitigen schmerzhaften Arthrose benötigen Sie zwei künstliche Gelenke. Das zweite Gelenk kann nach einer Pause von 6-8 Wochen nach der ersten Operation eingesetzt werden.
Diese Informationen sind eine Ergänzung zum Arztgespräch.
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